Gesetzliche Änderungen

Ab 1. Januar 2021 gelten höhere Sozialversicherungs-Beiträge für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Der Beitragssatz der AHV/IV/EO steigt von 10.55% auf 10.6% des Bruttolohnes. Die Abzüge werden hälftig aufgeteilt und betragen somit für Arbeitgeber und Arbeitnehmer 5.3%.


Stellenmeldepflicht: Ab 1. Januar 2021 unterstehen leider wieder fast alle gastgewerblichen Stellen der Stellenmeldepflicht

Bei der Umsetzung der angenommenen Masseneinwanderungsinitiative wurde per 1. Juli 2018 eine sogenannte Stellenmeldepflicht bei Berufsarten eingeführt, welche eine Arbeitslosenquote von mindestens 8 % aufweisen (ab 1. Januar 2020 beträgt die Quote 5%). Die Stellenmeldepflicht bedeutet vorab, dass offene Stellen der betroffenen Berufsarten zuerst während fünf Tagen exklusiv den Arbeitsmarktbehörden gemeldet werden müssen, bevor diese sodann auch öffentlich ausgeschrieben werden dürfen. GastroSuisse hat sich stark dafür eingesetzt, dass per 1. Januar 2020 eine neue Berufsnomenklatur in Kraft trat, die eine präzisere und sachgerechtere Einteilung aufweist. Das führte hinsichtlich dem Jahr 2020 dazu, dass kaum noch ein gastgewerblicher Fachberuf unter die Stellenmeldepflicht fiel. Leider hat die Corona-Krise die gute Ausgangslage nun komplett verändert: Ab dem 1. Januar 2021 unterstehen praktisch alle gastgewerblichen Berufe der Stellenmeldepflicht. Mehr Details im InfoService 04/2020 und auf dem Merkblatt "Stellenmeldepflicht".


Der zweiwöchige Vaterschaftsurlaub tritt am 1. Januar 2021 in Kraft

Am 27. September 2020 hat eine Mehrheit der Schweizer Stimmbürger für den bezahlten zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub gestimmt. Der Bundesrat hat nun das Inkrafttreten auf den 1. Januar 2021 festgelegt. Für die Entschädigung des gesetzlich vorgeschriebenen Anspruchs auf den zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub gelten mehrheitlich die gleichen Voraussetzungen wie für den Mutterschaftsurlaub. Weitere Informationen im InfoService 04/2020.


Bezahlter Betreuungsurlaub für kranke Kinder und Angehörige von Arbeitnehmenden tritt per 1. Januar 2021 in Kraft

Bisher gab Art. 36 Abs. 3 des Arbeitsgesetztes (ArG) einem Mitarbeiter die Möglichkeit, bis zu drei Tagen zu Hause zu bleiben um sein krankes Kind zu betreuen. Die Lohnfortzahlung ergab sich aus Art. 324a OR. Dieser schreibt dem Arbeitgeber unter anderem vor, den Lohn eines Mitarbeiters, der eine gesetzliche Pflicht wahrnehmen muss, während einer gewissen Dauer den Lohn zu 100% weiter zu bezahlen. Das Parlament hat vor einem Jahr (unverständlicherweise) beschlossen, den Betreuungsurlaub auf weitere Personengruppen auszuweiten. Ab 1. Januar 2021 erhält ein Arbeitnehmender nun zusätzlich bis zu 10 bezahlte Betreuungstage pro Jahr für gesundheitlich beeinträchtigte Familienmitglieder. Der Urlaub ist auf maximal drei Tage pro Ereignis beschränkt.


Keine Mindestlohnerhöhungen bis Ende 2021

Die Verbände bzw. Organisationen des L-GAV müssen gemäss Art. 34 Ziff. 1 L-GAV jährlich ab April über eine Anpassung der Mindestlöhne verhandeln. Im letzten Jahr wurde keine Einigung erzielt, weshalb die Gewerkschaften betreffend die Mindestlöhne 2020 ein Schiedsgerichtsverfahren eingeleitet haben.

Anlässlich der diesjährigen Verhandlungen hinsichtlich den Mindestlöhnen 2021 wurde nun eine sehr gute Gesamteinigung erzielt. GastroSuisse hat sich sehr engagiert eingesetzt, was letztlich zu der folgenden erfreulichen Lösung geführt hat:

Vereinbarung der Sozialpartner des L-GAV

  • Klagerückzug der Gewerkschaften (Schiedsgericht Mindestlöhne 2020).
  • Keine Mindestlohnerhöhungen 2020.
  • Keine Mindestlohnerhöhungen 2021.
  • Im Jahr 2022 erfolgt eine Erhöhung von 0,2 Prozent (auf den 1. Januar bzw. Beginn der Sommersaison).

Im letzten Sommer stand noch eine unangemessene Erhöhung der Mindestlöhne für 2020 im Raum, gegen welche sich GastroSuisse entschieden gewehrt hat. Vor Schiedsgericht forderten die Gewerkschaften sodann die Teuerung von 2019 von 0,4 Prozent plus eine reale Erhöhung der Mindestlöhne von 0,8 Prozent. Total also 1,2 Prozent. All diese potenziellen Erhöhungen konnten nun abgewendet werden.

 

 

 

 

 

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