Arbeitsmarkt und Personenfreizügigkeit

GastroSuisse setzt sich für eine liberale Arbeitsmarktpolitik ein

Das Gastgewerbe ist mit 251‘000 Beschäftigten eine personalintensive Branche und starken saisonalen Schwankungen ausgesetzt. Dementsprechend müssen die Betriebe schnell und flexibel auf Veränderungen der Nachfrage reagieren können.

Deshalb lehnt GastroSuisse starre Regulierungen, die das flexible Agieren der Unternehmen einschränken und den bürokratischen Aufwand erhöhen, ab und setzt sich für eine liberale Arbeitsmarktpolitik ein. Nicht durch staatliche Regulierungen, sondern durch sozialpartnerschaftliche Instrumente sollen branchengerechte Lösungen gefunden werden. So besteht im Gastgewerbe ein Gesamtarbeitsvertrag, der von den Sozialpartnern ausgehandelt und vom Bundesrat allgemeinverbindlich erklärt wurde. Er enthält unter anderem einen Mindestlohn. Der Gesamtarbeitsvertrag schafft faire Bedingungen und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Schweiz.

GastroSuisse steht hinter der Personenfreizügigkeit

Der Zugang zu ausländischen Arbeitskräften ist unerlässlich für das Gastgewerbe. Die Branche ist mit einem Arbeitskräftemangel konfrontiert. In den Berg- und Tourismusregionen lassen sich geeignete Fachkräfte nur mit grosser Mühe finden. Im saisongeprägten Gastgewerbe sind ausländische Arbeitskräfte wichtig, um überhaupt Zugang zu einer ausreichenden Anzahl an Fachkräften zu haben und um die Stellen möglichst vollständig besetzen zu können. Selbst mit unseren breit abgestützten Massnahmen zur Förderung des inländischen Arbeitskräftepotentials lassen sich die fehlenden Ausländer nicht vollständig ersetzen. Ausländer machen fast die Hälfte aller Arbeitnehmenden in der Restauration und Hotellerie aus. Dabei kommen mehr als zwei Drittel der ausländischen Mitarbeitenden im Gastgewerbe aus EU- oder EFTA-Staaten. Diese sind besonders wichtig für die Branche.

Deshalb steht GastroSuisse hinter der Personenfreizügigkeit mit der EU. Trotzdem trägt das Gastgewerbe nur geringfügig zur Zuwanderung bei. Denn die grosse Mehrheit der Einwanderer sind Kurzaufenthalter. So waren 67.4 % der 2016 ins Gastgewerbe eingewanderten Personen Kurzaufenthalter mit einer Aufenthaltsdauer bis zu 12 Monaten. Nur 28.3 % der Einwanderer hatten eine Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung. (Quellen: Bundesamt für Statistik, Staatssekretariat für Migration)

Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative: Keine unnötige Bürokratie!

Im Dezember 2016 haben die eidgenössischen Räte die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative beschlossen. Das vom Parlament verabschiedete Gesetz verursacht einen enormen bürokratischen Aufwand für die Unternehmen. Davon sind vor allem die KMU und insbesondere die gastgewerblichen Betriebe betroffen. Denn das personalintensive Gastgewerbe muss schnell auf saisonale Schwankungen reagieren können. Die unnötigen bürokratischen Lasten führen zu mehr Aufwand und zu einer Verlängerung des Rekrutierungsprozesses. Zudem haben die Gastbetriebe keine Personalabteilung, welche den zusätzlichen administrativen Aufwand bewältigen könnte.

Das Gastgewerbe lebt bereits jetzt den Inländervorrang. Denn es ist einfacher, Inländer einzustellen. Ausserdem besteht ein Gesamtarbeitsvertrag mit einem allgemeinverbindlichen Mindestlohn, der sowohl für heimische wie auch für ausländische Arbeitskräfte gilt. Deshalb besteht kein ersichtlicher Grund für die Arbeitgeber, ausländische Arbeitskräfte zu bevorzugen. Jedoch besteht ein Fachkräftemangel, wodurch die Betriebe auf Ausländer angewiesen sind. Die Umsetzung der MEI macht aber in Zukunft auch die Rekrutierung inländischer Arbeitskräfte aufwändiger. Zudem bestehen viele unklare Formulierungen im Gesetz, die in der Verordnung konkretisiert werden müssen. GastroSuisse setzt sich dafür ein, dass die Verordnung den bürokratischen Aufwand verringert und mehr Klarheit für die Unternehmen bringt.

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