Konjunktur / KOF

Pulsmesser der Gastronomie und Hotellerie

Die „Konjunkturumfrage Gastgewerbe“ wird seit über zehn Jahren in Zusammenarbeit mit der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich durchgeführt und dient als wichtiger Pulsmesser der Branche. Die Umfrage erfolgt alle drei Monate mit über 300 Betrieben in der ganzen Schweiz. Sie liefert wichtige Daten zu Kennzahlen wie Umsatz, Absatz, Nachfrage oder Beschäftigung und unterscheidet zwischen den Tourismuszonen „Berggebiete“, „Grosse Städte“, „Seezonen“ und „übrige Gebiete“. Diese Daten werden mit dem Vorjahresquartal verglichen, um die saisonbereinigte wirtschaftliche Entwicklung im Gastgewerbe aufzuzeigen. Zusätzlich werden Erwartungen in Bezug auf die zukünftige Geschäftslage erhoben, was eine Prognose für die Betriebe aufgegliedert nach Tourismusgebieten ermöglicht.

KOF Konjunkturbericht 1. Quartal 2017

An der Erhebung haben 336 gastgewerbliche Betriebe mit insgesamt 14‘869 Beschäftigten teilgenommen.

Im ersten Quartal 2017 ist der Umsatz im Gastgewerbe insgesamt um 3.3 % gesunken im Vergleich zum Vorjahresquartal. Dabei ist der Umsatzrückgang in der Hotellerie etwas milder ausgefallen (-2.7 %) als in der Restauration (-3.7 %). Die allgemeine Geschäftslage wird überwiegend negativ beurteilt.

Besonders stark betroffen sind Hotelbetriebe in den übrigen Gebieten; diese mussten einen sinkenden Umsatz von -8.9 % im Vergleich zu 2016 ausweisen. Dagegen verbuchten Betriebe in den Berggebieten einen moderaten Umsatzrückgang von -0.7 %. Fast jedes zweite Hotel beklagt sich über sinkende Logiernächte von internationalen Gästen. Die Anzahl Übernachtungen von Inländern nahm leicht ab, bleibt jedoch vergleichsweise stabil.

In der Gastronomie führte die tiefer bewertete Nachfrage bei 40 % der Betriebe zu einem sinkenden Absatz von Speisen und Getränken. Dies obwohl die Gastronomie insgesamt von günstigen Witterungsbedingungen profitieren konnte. Restaurants in Berggebieten konnten einen deutlich höheren Umsatz als im 2016 generieren (+5.4 %), während Betriebe in den Seezonen einen erheblichen Umsatzrückgang hinnehmen mussten (-5.9 %).

Die Erwartungen im Hinblick auf die nächsten drei Monate haben sich etwas aufgehellt. Im Gastgewerbe ist insgesamt von einer zunehmenden Nachfrage und einem gleich bleibenden bis leicht steigenden Absatz auszugehen. Lediglich die Verkaufspreise und die Beschäftigung sind weiterhin unter Druck.

Insbesondere gastgewerbliche Betriebe in den Seezonen und übrigen Gebieten erwarten im Zuge der wärmeren Temperaturen eine deutliche Verbesserung der Geschäftslage und eine Erhöhung der Nachfrage. In grossen Städten ist mit einer stabilen Wirtschaftslage zu rechnen. Einzig in den Berggebieten haben sich die Erwartungen stark eingetrübt: Jeder dritte Betrieb sagt eine sinkende Nachfrage voraus und bei fast der Hälfte stehen Entlassungen vor der Tür.

KOF-Bericht zum herunterladen:

  • KOF-Bericht Q1 2017
Erstanmeldung Bitte melden Sie sich einmalig am neuen System an. Dies gilt auch für bestehende Mitglieder und Kunden Registrieren